17.11.2011

Neue Konzepte gefragt: Weitere Schiffsfonds in akuter Sanierungsgefahr

Studie von DFR und TPW analysiert aktuelle Sanierungsfälle und gibt Ausblick zur zukünftigen Entwicklung

In den letzten Jahren gerieten immer mehr Schiffsfonds in Schieflage, Sanierungskapital wurde ein fester Bestandteil des aktiven Managements von Schiffsgesellschaften. Die heute veröffentlichte Studie „Sanierungskapital für Schiffsfonds – Konzepte und Tendenzen“ zeigt erstmals auf, welche Sanierungskonzepte sich in der Praxis bewährt haben und gibt zudem einen Ausblick auf die Entwicklung der kommenden Jahre. Grundlage der vorliegenden Untersuchung bilden die fachliche Expertise der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft TPW sowie die umfangreiche Datenbank des Analyse- und Research-Unternehmens Deutsche FondsResearch. Laut den Initiatoren der Studie läuft die zweite Sanierungswelle bereits auf.

Erste Sanierungswelle abgeschlossen

Die Datenbasis für die Analyse bildet die größte Datenbank von aktuell bewerteten Schiffsfonds der Deutschen FondsResearch. Demnach konnten 262 Schiffe mit einem Gesamtkommanditkapital von ca. 3,4 Milliarden Euro durch ein schlüssiges Sanierungskonzept in Fahrt gehalten werden. Die Durchschnittsverzinsung des neuen Kapitals betrug 10,7% p.a. bei einem durchschnittlich vereinbarten Bonus von 30,6% spätestens bei Liquidation. Containerschiffe sind mit rund 85% am häufigsten von Sanierungen betroffen, gefolgt von Produkten-/Chemikalientankern (6%) und Mehrzweckfrachtschiffen (5%). Etwa die Hälfte aller Schiffsbeteiligungen wurde per Eigenkapital saniert, an zweiter Stelle folgte die Sanierung per Gesellschafterdarlehen. Darüber hinaus beleuchtet die Studie auch den Sonderfall der Sanierung von Dachfonds, bei denen meistens nicht alle darin zusammengefassten Schiffe betroffen sind. „Die erste Sanierungswelle wurde in der Schifffahrtsbranche zu einem großen Teil erfolgreich gemeistert“, resümiert Martina Hertwig, Partnerin bei TPW. „Dies ist nicht zuletzt einer Vielzahl von Anlegern zu verdanken, die als Gesellschafter eine große Bereitschaft gezeigt haben, ihr Investment in der Krise zu retten.“

Sanierungsgefahr steigt

In der aktuellen Situation stehen sowohl bereits sanierte als auch nicht-sanierte Schifffahrtsgesellschaften mit Liquiditätsproblemen allerdings vor neuen Herausforderungen. Dass immer mehr Beteiligungen die Insolvenz droht, zeigt ein Blick auf die Zahlen: 64 noch nicht sanierte Schiffe mit einem Gesamtkommanditkapital von rund 773 Millionen Euro befinden sich laut Deutscher FondsResearch in akuter Sanierungsgefahr. Diesen Status vergibt das Unternehmen, wenn die begründete Gefahr besteht, dass die Gesellschaft in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten könnte. Parameter dafür sind beispielsweise die Ausschöpfung des finanziellen Rahmens oder das Anfallen außerordentlicher Kosten bei einer angespannten Finanzlage. Die konkrete Bewertung und Evaluierung der Kommanditgesellschaften folgt dabei stets einem konservativen Ansatz. „Viele Schiffsbeteiligungen waren bezüglich der Entwicklung der Charterraten nach der ersten Sanierungswelle zu optimistisch und drohen nun in der zweiten Welle auf Grund zu laufen" prognostiziert Nils Lorentzen, Geschäftsführer der Deutschen FondResearch.

Neue Konzepte sind gefragt

Konnten in der Vergangenheit durch sorgfältig ausgewählte Konzepte Banken und Anleger von der Sinnhaftigkeit von Restrukturierungsmaßnahmen und Kapitalerhöhungen bei Schiffsfonds überzeugt werden, wird dies in den nächsten Monaten immer schwerer fallen. Alternative Finanzierungen, die alle Beteiligten mit ins Boot holen, sind gefragt. Die Bildung von Pools, die Beteiligung von Zweitmarktfonds aber auch der Einstieg institutioneller Investoren werden eine größere Rolle spielen. Zwar gehen Prognosen davon aus, dass sich der Markt der Schiffsbeteiligungen langfristig stabilisieren wird. Doch während die generelle Aussage „Nahezu jedes Schiff ist mit dem richtigen Konzept zu retten“ in der ersten Sanierungswelle noch Bestand hatte, wird sie in der zweiten Sanierungswelle ihre Gültigkeit verlieren.

Studie jetzt online bestellen

Neben einer statistischen Auswertung der aktuellen Sanierungsfälle werden in der vorliegenden Studie die Sanierungen durch Eigenkapital und Gesellschafterdarlehen detailliert vorgestellt. Auch die Sanierung von Dachfonds wird in Theorie und Praxis erläutert. Konkrete Beispiele von Sanierungsfällen runden die umfassende Betrachtung des Themas ab. Die 60-seitige Studie „Sanierungskapital für Schiffsfonds – Konzepte und Tendenzen“ kann ab sofort für einen Preis von 195,- Euro bestellt werden.